Competition: Ärgernis, Aufsehen, Empörung: Skandale in der Geschichte Ein von Kommunisten selbstverwaltetes Jugendzentrum? Ein Schrecken für das konservative Pinneberg der 70er Jahre
Klasse 09, Wolfgang-Borchert-Gymnasium, Gymnasium
25469 Halstenbek, Schleswig-Holstein, Deutschland
#2011-1090
In der politisch bewegten Zeit der 1970er Jahre sorgte ein selbstverwaltetes Jugendzentrum für große Aufregung in Pinneberg. Die Angst vor einer »roten Kaderschmiede« bereitete damals den Boden für einen öffentlichen Skandal. Vor allem eine Malaktion 1977 löste heftige Kontroversen aus. Jugendliche hatten die Wände des Jugendzentrums mit Farbe beschmiert. Auch politische und Sponti-Parolen wie »Friede den Hütten, Krieg den Palästen« oder »Die Schweine von heute sind die Schinken von morgen« waren auf den Wänden zu lesen. Hintergrund der Aktion war ein schwelender Konflikt mit der Stadtverwaltung um den Autonomiestatus des Zentrums. Der Leiter des Jugendzentrums wurde für kurze Zeit entlassen, die Jugendlichen erhielten Hausverbot und wurden wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung angezeigt. Sie reagierten mit einer Demonstration; die lokalen Medien berichteten von Ausschreitungen und skandalisierten den »Kommunisten-Terror im Jugendzentrum«. Leserbriefschreiber forderten unter anderem dazu auf, die Jugendlichen in ein Konzentrationslager zu stecken. Die 24 Schülerinnen und Schüler haben den Skandal und die konservative Empörung um das Jugendzentrum untersucht. Grundlage ihrer Arbeit sind zeitgenössische Presseartikel, Flugblätter, Leserbriefe, Zeitzeugengespräche und archivische Quellen.