Competition: Ärgernis, Aufsehen, Empörung: Skandale in der Geschichte Das Skandal-Urteil gegen die Mörder von Heinrich Rosenblum

Landessieger
2011
Aytekin, Mehdi u.a. (8 Verf.)
Günther Bodermann, Hannah Roland

Klasse 08-10, Wilhelm-Kaisen-Schule, Gymnasium

28201 Bremen, Bremen, Deutschland

#2011-0032

Acht Schülerinnen und Schüler der Wilhelm-Kaisen-Schule befassen sich in ihrem Beitrag zum Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten mit dem Mord an dem jüdischen Kaufmann Heinrich Rosenblum. Rosenblum wurde am 10.11.1938 in seinem Haus an der Thedinghuser Straße in Bremen von zwei SA-Männern ermordet. In einem Verfahren wurden die Täter 1947 von einem Bremer Schwurgericht zu sechs bzw. acht Jahren Zuchthaus verurteilt. Als Skandal wird von den Schülern das Urteil der Richter angesehen, die den Angeklagten mildernde Umstände wegen des Ausführens eines Befehls gewährten, der »zwar vorsätzlich, aber eben nicht mit Überlegung« ausgeführt worden sei. Die Bremer Jugendlichen werteten für ihre Arbeit neben den Prozessakten Zeitungsberichte, Fotos und Tondokumente aus. Besonderes Augenmerk wurde auch auf die öffentlichen Reaktionen gelegt, z.B. auf die Bremer Bürgerschaftssitzung, die dem Urteil folgte, und auf eine 50.000 Demonstranten umfassende Protestkundgebung. Die Folge war ein Revisionsverfahren, das die Urteile auf acht bzw. zwölf Jahre verschärfte. Allerdings kamen die Verurteilten schon 1951 wieder auf freien Fuß.