Competition: miteinander – gegeneinander. Jung und Alt in der Geschichte Mucks Kläuschen still. Klaus Daiger zwischen politischer Revolte und bürgerlicher Idylle zu Zeiten der 68er Bewegung

1. Preis
2007
Buchholz, Julia / Wratil, Patricia
Anne Callsen

Klasse 12, Otto-Hahn-Gymnasium, Gymnasium

51429 Bergisch Gladbach, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

#2007-1060

Die Sozialisation der 1968er Generation und ihr Verhältnis zur älteren Generation untersuchen die beiden Verf. dieses Beitrags am Beispiel der Biografie von Klaus Daiger, der 1945 geboren wurde und während der 1968er Bewegung in Westberlin politisch aktiv war. Der Beitrag schildert sowohl die persönliche Protestgeschichte Daigers als auch den sozialen und politischen Kontext seiner Generation. Die Verf. stützen ihre Erkenntnisse hauptsächlich auf fünf ausführliche Interviews, die sie mit ihrem Zeitzeugen zu verschiedenen Themenbereichen geführt haben, sowie auf veröffentlichte Quellen und auf umfangreiche Sekundärliteratur. Zunächst schildern die Verf. die Sozialisationsbedingungen des Zeitzeugen anhand der Erfahrungen in seiner Jugend bis zum Abitur sowie sein Leben als Student unter verschiedenen Aspekten, wie etwa dem studentischen Lebensalltag in Westberlin oder der Geschlechterverhältnisse im persönlichen Umfeld Klaus Daigers. Anhand von sechs Aspekten aus dem Leben ihres Zeitzeugen verdeutlichen sie anschließend, warum sich der Student in den 1960er Jahren entschied, politisch aktiv zu werden. Dabei berücksichtigen sie unter anderem das Aufwachsen Daigers in der geteilten Stadt Berlin, seine Haltung zur westdeutschen Politik in der Regierungszeit Konrad Adenauers, seine Auseinandersetzung mit der deutschen NS-Vergangenheit und das liberale Schulumfeld des Zeitzeugen. Darüber hinaus schildern die Verf. den Verlauf des politischen Protests Daigers anhand zahlreicher Beispiele wie etwa seiner Teilnahme an der Demonstration vom 2. Juni 1967 in Westberlin, auf der Benno Ohnesorg erschossen wurde, und ordnen ihn in die historischen Entwicklungen seiner Zeit ein. In ihrem Schlusskapitel reflektieren die Verf. ihre Ergebnisse im Kontext des Miteinanders und Gegeneinanders der Generationen sowohl in der Familie als auch im Bereich der Öffentlichkeit und setzen sich kritisch mit der heutigen Erinnerung an die 1968er Bewegung auseinander.

Literaturverzeichnis

103 S., ms., ill. mit Fotografien und Abb.

Quellen

Zeitzeugeninterviews, veröffentlichte Quellen, Sekundärliteratur, Internet