Competition: miteinander – gegeneinander. Jung und Alt in der Geschichte Jugend fern vom Elternhaus. Kinderlandverschickung in Leverkusen unter Führung der Nationalsozialisten

2. Preis
2007
Makowka, Philipp / Schwamborn, Delia / Schwering, Marie Christine
Reinhold Braun

Klasse 12, Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, Gymnasium

51375 Leverkusen, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

#2007-0733

Ausgehend von der Frage, was es für Kinder bedeutet, in der Fremde aufzuwachsen, beschäftigen sich die drei Verf. in ihrer ausführlichen Arbeit mit der Geschichte der Kinderlandverschickung im Nationalsozialismus am Beispiel der Stadt Leverkusen. Dazu erforschen sie die verschiedenen Arten der Kinderlandverschickung, den Alltag und das Zusammenleben der Kinder in den KLV-Lagern und den Gastfamilien und ihre Beziehungen zu den Lehrern und der Hitlerjugend. Der Beitrag stützt sich hauptsächlich auf zehn Zeitzeugeninterviews mit ehemals verschickten Kindern, welche die Verf. über einen Zeitungsaufruf für ihr Projekt gewinnen konnten. Darüber hinaus wurden Briefe und Schulchroniken aus dem Stadtarchiv Leverkusen und aus dem privaten Besitz der Zeitzeugen, Interviews mit lokalgeschichtlichen Experten sowie Sekundärliteratur hinzugezogen. Nach einer allgemeinen Einführung in die Thematik der Kinderlandverschickung stellen die Verf. zunächst die Verschickung ganzer Schulklassen, einzelner Kinder oder die Mutter-Kind-Verschickung vor. Anschließend gehen sie auf die Unterbringung der Kinder in Pflegefamilien ein. Im Hauptteil der Arbeit wird die Verschickung von Kindern einer Opladener Volksschule in ein Lager in Sebnitz in der Sächsischen Schweiz analysiert. Dazu werden nicht nur die Hintergründe und Motive der Kinderlandverschickung aus Leverkusen bereits ab 1940, sondern auch die verschiedenen Träger und die Organisation der Verschickung aufgezeigt. Anschließend beschreiben die Verf. den Alltag im Lager vor allem in Hinblick auf die Beziehungen der Kinder zu den älteren Generationen etwa bei Elternbesuchen, in den Gastfamilien oder gegenüber den Ansprechpartnern im Lager, etwa den mitfahrenden Lehrern. Auch die Rückkehr der Kinder gegen Ende des Zweiten Weltkriegs sowie die Umsetzung der NS-Propaganda während der Kinderlandverschickung und deren Auswirkung auf die Kinder werden hinterfragt.

Literaturverzeichnis

71 S., ms., ill. mit Fotografien und Abb., Anhang (50 S.) mit Dokumentation der Zeitzeugeninterviews

Quellen

Zeitzeugen- und Experteninterviews, archivalische und veröffentlichte Quellen, Bestände aus privatem Besitz, Sekundärliteratur, Internet