Competition: miteinander – gegeneinander. Jung und Alt in der Geschichte 'Amboss oder Hammer sein. Wir waren Opfer und Täter!' Was vom Pennalismus am Gymnasium St. Augustin zu Grimma zu DDR-Zeiten noch geblieben ist
Klasse 11, Gymnasium St. Augustin zu Grimma, Gymnasium
04668 Grimma, Sachsen, Deutschland
#2007-1034
Die Unterdrückung jüngerer Schüler durch ältere untersucht die Verf. in ihrem Beitrag, der sich mit dem Lebensalltag am Internat St. Augustin zu Grimma in Sachsen von 1949 bis 1989 beschäftigt. In ihrer umfangreichen Studie stellt sie heraus, in welcher Form der Pennalismus, also die häufig brutalen oder demütigenden informellen Praktiken innerhalb der Schülergruppe, auch nach dem Zweiten Weltkrieg noch existierte. Mit ihrer Arbeit widerlegt die Schülerin die These von Dr. Jonas Flöter, der in seinem Buch 'Erziehung zur Elite. Die Fürsten- und Landesschulen zu Grimma, Meißen und Schulpforte um 1900' vom endgültigen Ende des Pennalismus nach dem Ersten Weltkrieg spricht. Anhand von Interviews mit Zeitzeugen gelingt es der Verf., spätere Fälle und Formen des Pennalismus aufzuzeigen. Zudem stützt sich der Beitrag auf Schriften aus dem sächsischen Staatsarchiv in Leipzig sowie aus dem Archiv für Geschichte der Fürsten- und Landesschulen. Zunächst führt die Verf. in die Geschichte des Pennalismus ein und liefert einen kurzen Überblick über die historische Entwicklung des Internats St. Augustin. Im Mittelpunkt des Beitrags steht anschließend die Frage, ob, wie stark und in welcher Weise in dem Internat noch zu Zeiten der DDR Hierarchien unter den Schülern bestanden, die gegenüber den jüngeren Schülern brutale Initiationsriten, Unterdrückung und Strafen zur Folge hatten. Darauf aufbauend diskutiert die Verf. das Verhältnis des Pennalismus zu den formellen Strukturen der Schule und den erwachsenen Autoritäten. Abschließend systematisiert die Verf. ihre Ergebnisse im Hinblick auf die Ursachen für Pennalismuspraktiken und geht auf die Entwicklung an der Schule in Grimma nach der deutschen Wiedervereinigung ein.
Literaturverzeichnis
80 S., ms., ill. mit Fotografien, Anhang mit Dokumenten und Materialien
Quellen
Zeitzeugeninterviews, archivalische Quellen, Bestände aus privatem Besitz, Zeitungsartikel, Sekundärliteratur, Internet