Competition: Mehr als ein Dach über dem Kopf. Wohnen hat Geschichte Die Gängeviertel: Soziales Mahnmal, Soziales Denkmal

Landessieger
2023
Gwen Howard
Schriftlich-Sachtext
Thilo Schulz

11. Klasse, Gymnasium Buckhorn

22359 Hamburg, Hamburg, Deutschland

#2023-1897

Schon als Kind war Gwen Howard von einer Zeile alter, zerfallender und offensichtlich von alternativen Künstler:innen genutzten Häusern fasziniert, die so wenig in die modernen oder gut sanierten Bauten der Hamburger Innenstadt passten. Es handelt sich um die letzten Überreste der „Gängeviertel“, deren Geschichte die Schülerin für den Geschichtswettbewerb aufarbeitete. Bereits ab dem 17. Jahrhundert zog die wachsende Hamburger Wirtschaft Menschen aus dem Umland an, die zunächst in einfachen Bauten auf der Rückseite der offiziellen Straßenzüge unterkamen – den sogenannten Gängen. Von Durchgangsstationen für Zugezogene wuchsen die Gängeviertel zu einer „Stadt in der Stadt“, die überwiegend von Armen und Schlechtverdienenden bewohnt wurde. Mit historischen und – teilweise selbst erstellen – aktuellen Bildern dokumentierte die Elftklässlerin die Bevölkerungsentwicklung und die soziale Struktur, die wilden Gerüchte um und die oft handfeste Not „in den Gängen “ von ihrer Gründung bis zum Verschwinden im Zuge der Stadtentwicklung nach dem 2. Weltkrieg.