Competition: Bis hierhin und nicht weiter!? Grenzen in der Geschichte Überschreitung moralisch- und persönlicher Grenzen - Beleidigung und tätliche Übergriffe auf Gießener Verwaltungsbeamte (1932-1941)

Landessieger
2025
Mahdi Hadi, Michael Gleiser
Schriftlich-Sachtext
Philipp Langsdorf, Steffen Boßhammer

10. Klasse, Landgraf-Ludwigs-Gymnasium

35396 Gießen, Hessen, Deutschland

#2025-2389

Die Schüler beschäftigen sich mit der Überschreitung „moralisch-persönlicher Grenzen“, die sie am Beispiel von Beamtenbeleidigungen und Körperverletzungen aus der Spätphase der Weimarer Republik und der Anfangszeit des NS-Regimes verdeutlichen. Besonders in Gerichtsentscheidungen traten Unterschiede in der Behandlung von Parteimitgliedern, sogenannten „Volksfremden“ und politisch Andersdenkenden deutlich zutage. Anhand von drei Fallbeispielen, die Übergriffe auf Gießener Verwaltungsbeamte dokumentieren, zeigen die Zehntklässler, wie sich Rechtsprechung und politische Haltung miteinander vermischten. Ergänzend untersuchen sie die NS-Ideologie und die Rolle der Justiz, um die Fälle in einen gesamtdeutschen Zusammenhang einzuordnen. Auf Basis ihrer rechtshistorischen Analyse kommen sie zu dem Schluss, dass gesellschaftlich erwünschtes Verhalten rechtlich begünstigt, unerwünschtes Verhalten hingegen systematisch ausgegrenzt wurden. Für ihren Beitrag nutzten die Schüler neben Fachliteratur auch Strafakten aus dem Stadtarchiv Gießen.