Competition: Bis hierhin und nicht weiter!? Grenzen in der Geschichte Homophobie vor hundert Jahren - Welche sozialen Grenzen galten für rheinländische Homosexuelle?

Landessieger
2025
Sophia Hildebrand
Schriftlich-Sachtext
Nina Tomaszewski

10. Klasse, Immanuel-Kant-Gymnasium

42579 Heiligenhaus, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

#2025-1674

Die „goldenen 1920er Jahre“ gelten als ein liberales und experimentierfreudiges Zeitalter, in dem in Kultur und Gesellschaft fast alles erlaubt war. Galt dies auch für Schwule und Lesben im Rheinland? Dies ist die Leitfrage von Sophia Hildebrands Wettbewerbsarbeit, für die sie aktuelle Literatur sowie historische Zeitungen, Zeitschriften und Filme auswertete. In der Weimarer Republik entwickelten sich in den Großstädten in den 1920er Jahren Lokale und Vereine, in denen homosexuelles Sozial- und Beziehungsleben ohne Restriktionen möglich war – und zwar nicht nur in Berlin und Hamburg, sondern auch in Düsseldorf und Köln. Im Vergleich zur Behandlung von Homosexuellen in der NS-Zeit, aber auch in der Bundesrepublik bis zum Ende der 1960er Jahre kommt die Autorin zu dem Schluss, dass die 1920er Jahre auch für queere Menschen ein „goldenes Zeitalter“ waren. Allerdings weist sie auch darauf hin, dass die Angst vor Erpressung und „Outing“ immer gegenwärtig blieb, da männliche Homosexualität gesetzlich verboten war.