Competition: Bis hierhin und nicht weiter!? Grenzen in der Geschichte Entgrenzte Psychiatrie - Biografische Forschungen zu den Herrenberger Euthanasie-Opfern

Landessieger
2025
15 Schüler:innen der 11. Klasse
Schriftlich-Sachtext
Kerstin Arnold

11. Klasse, Andreae-Gymnasium Herrenberg, Schickhardt-Gymnasium

71083 Herrenberg, Baden-Württemberg, Deutschland

#2025-0136

Die Ideologie des NS-Regimes wertete Menschen nicht nur aus rassistischen Gründen ab. Auch solche mit körperlichen Gebrechen oder psychischen Erkrankungen wurden als minderwertig angesehen und konnten zwangsweise sterilisiert werden. Anfang der 1940er Jahre kam es zu systematischen Morden an Menschen mit Behinderung oder angeblichen „Erbkrankheiten“. Der gemeinsame Leistungskurs Geschichte zweier Herrenberger Gymnasien recherchierte zwölf Biografien von Opfern dieser sogenannten „Euthanasie“-Morde. Sie stießen dabei auf sehr unterschiedliche Diagnosen und Lebensläufe, die aber für alle Porträtierten mit der Einweisung in die Tötungsanstalten Hadamar und Grafeneck endete. Die Oberstufenschüler:innen recherchierten in mehreren kommunalen und kirchlichen Archiven und im Uniarchiv Tübingen. Auszüge aus den von ihnen rekonstruierten Biografien präsentierten sie als szenische Lesung im Rahmen einer Gedenkveranstaltung zum Holocaust-Gedenktag in der Herrneberger Spitalkirche.