Competition: Bis hierhin und nicht weiter!? Grenzen in der Geschichte Die Grenzen sozialer Mobilität im Mittelalter - Dargestellt am Beispiel von Ulm
11. Klasse, Humboldt-Gymnasium
89073 Ulm, Baden-Württemberg, Deutschland
#2025-1241
Die Selbstorganisation der Handwerker in städtischen Zünften vom Mittelalter bis zur Frühen Neuzeit ist ein besonderes Kennzeichen der Stadtentwicklung im deutschsprachigen Raum. Ob dieses positiv oder negativ zu beurteilen ist, bleibt in der Forschung umstritten. Marc Baur stellt Vorteile und Nachteile der Zunftordnung am Beispiel Ulms dar, das als freie Reichsstadt unmittelbar mit Reichstag und Kaiser verhandeln konnte. Nach eingehender Recherche von Zunftordnungen und anderen Quellen beschreibt er die Zünfte als „kleine Inseln in einem sozialpolitischen Vakuum“, da die Versorgung von Alten und Hinterbliebenen oder auch die Rechte und Pflichten von Lehrlingen und Gesellen hier erstmals geregelt wurden. Aus heutiger Sicht scheinen bestimmte Regelungen, wie zum Beispiel die Nicht-Zulassung von Frauen oder jüdischen Mitgliedern diskriminierend. Im Vergleich zu den monarchischen oder ständischen Herrschaftsformen der Zeit war die Zunft-Verfassung jedoch geradezu demokratisch.