Competition: Bis hierhin und nicht weiter!? Grenzen in der Geschichte Ausgrenzung im Tod - Grenzvorstellungen zwischen Diesseits und Jenseits

Landessieger
2025
Ida Michaelis, Lena Schepers
Schriftlich-Sachtext
Katy Beck

10. Klasse, Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium

48167 Münster, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

#2025-1260

Das späte Mittelalter und die frühe Neuzeit waren geprägt von Ängsten und Aberglauben – oft auf Kosten von Randgruppen und Außenseitern der Gesellschaft. Ida Michaelis und Lena Schepers zeigen, anhand von historischen Dokumenten und Grabungsfunden, dass diese Ausgrenzung oft über den Tod hinaus Bestand hatte. Selbstmörder durften ebenso wenig auf regulären Friedhöfen bestattet werden wie Menschen, die wegen Hexerei oder Ehebruch zum Tode verurteilt wurden. Auch für Mütter und Neugeborene, die vor der Kindstaufe verstarben, gab es besondere Bestattungsregeln. Die Autorinnen sammelten Fallbeispiele aus dem 16. bis 18. Jahrhundert, wobei ihnen das Landesarchiv nicht nur bei der Recherche, sondern auch bei der Lektüre behilflich war. Daneben interviewten sie einen Kurator des Stadtmuseums sowie die ehemalige Leiterin der städtischen Archäologie in Münster, die ihnen anhand eines 2016 entdeckten „Sondergrabs“ die aktuellen Erkenntnisse zu solchen Begräbnissen in Münster erläuterte.