Ok
picture and © Nazanin Hafezi Happy Nowruz
Trotz Kriminalisierung der 2022 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten Nichtregierungsorganisation MEMORIAL durch die russische Justiz setzt sich deren Gründungsmitglied Irina Scherbakowa auch im deutschen Exil gegen staatlich gelenktes Vergessen ein. In diesem Jahr übernimmt sie die Schirmherrschaft der Tage des Exils Frankfurt.
Die Fotoausstellung zeigt Bilder acht geflüchteter Menschen aus Frankfurt und Umgebung und gibt Einblicke in ihre Lebensrealitäten im Exil. Mit Einwegkameras haben sie Szenen aus ihrem Alltag, von Begegnungen und Orten festgehalten.
Das Deutsche Exilarchiv 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek ist ein Ort des Lernens gegen das Vergessen. Mit einem vielfältigen Vermittlungsangebot macht es die Erfahrungen von Exil und Flucht im Nationalsozialismus zugänglich.
Die Schicksale der 20 Dichterinnen und Dichter sind verschieden, was sie aber eint, ist ein Wort: Exil. Epochen und länderübergreifend erzählen ihre Gedichte von einer Welt der Verfolgung und des Heimatverlusts.
Die Illustratorin Katja Weikenmeier porträtiert deutsche Exilschriftstellerinnen, die in den 1930er Jahren Deutschland verlassen mussten, sowie aktuelle internationale Schriftstellerinnen, die in ihrer Heimat vom Regime verfolgt werden und heute im deutschen Exil leben.
In den unterirdischen Magazinen der Deutschen Nationalbibliothek geht es mit der belarussischen Dichterin Volha Hapeyeva und Sylvia Asmus, Direktorin des Deutschen Exilarchivs 1933–1945, auf die Suche nach lyrischen Spuren von Exilantinnen und Exilanten.
Exil geht oft mit Sprachlosigkeit einher – in vielfachem Sinne. Der Workshop zum kreativen Ausdruck durch Bewegung schafft Zugänge über den Körper und setzt auf Formen eines nonverbalen Austauschs, um zwischenmenschliche Verbindungen zu schaffen.
Seit den 1980er Jahren entstanden in Lateinamerika sog. Wahrheitskommissionen zur Aufarbeitung von Menschenrechtsverletzungen nach Diktaturen und bewaffneten Konflikten. Der Workshop reflektiert das lateinamerikanische Exil im Kontext politischer Gewalt.
Frankfurt ist ein Knotenpunkt für die lange Geschichte des Exils. Der Stadtrundgang nimmt mit zu ausgewählten Orten, Autorinnen und Autoren, Denkmälern, Kunstwerken und Institutionen Frankfurts.
Samizdat („Selbstverlag“) und Exilliteratur waren in der Tschechoslowakei eng miteinander verbundene Formen des kulturellen Widerstands gegen das kommunistische Regime.
Der Klezmer-Zirkus Tsirk Dobranotch vereint drei interdisziplinäre Zirkuskünstlerinnen und künstler mit der legendären Klezmer-Band Dobranotch. Mitreißende Live-Musik, Akrobatik, Humor und jiddisches Theater verschmelzen zu einer poetischen Show voller Energie und Emotion.
In den Workshops treffen Zirkuskunst und lebendige Klezmermusik aufeinander. Kinder lernen einfache Tricks, jonglieren, bewegen sich zu Musik und tanzen. Spielerisch entdecken sie Rhythmus, Koordination und Fantasie.
Der Klezmer-Zirkus Tsirk Dobranotch vereint drei interdisziplinäre Zirkuskünstlerinnen und -künstler mit der legendären Klezmer-Band Dobranotch. Mitreißende Live-Musik, Akrobatik, Humor und jiddisches Theater verschmelzen zu einer poetischen Show voller Energie und Emotion.
Rund 1.000 deutsche Emigrantinnen und Emigranten gingen zwischen 1933 und 1945 auf Einladung der Regierung in die Türkei. Im Mittelpunkt des Abends steht die Rolle der Musiker.
Als ein Buch der Flucht, der Vertreibung und des Exils stellt Johann Hinrich Claussen die Bibel vor. Nach einer Begegnung mit Geflüchteten von heute hat der Kultur beauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland sie neu gelesen.
Zwischen 1830 und 1850 nahm die Zahl der vor politischer Verfolgung ins Exil Geflohenen in Europa ein ungekanntes Ausmaß an. In Paris kamen nicht nur deutsche Oppositionelle, sondern auch politische Flüchtlinge aus Italien, Spanien, Portugal und Polen zusammen.
1937 erschien Irmgard Keuns Roman „Nach Mitternacht“ im niederländischen QueridoVerlag. Er gilt als einer der wichtigsten Romane der Exilliteratur.
Die szenische Installation über das Leben der Frankfurter Künstlerin Erna Pinner (1890–1987) erzählt von Exil, Schaffenskraft und dem Willen weiterzumachen.
Es war eine kleine Sensation: Erst im Jahr 2024 wurden 492 Gedichte einer großen Öffentlichkeit zugänglich, die der deutsche Jude Curt Bloch in seinem Versteck vor den Nationalsozialisten in den Niederlanden schrieb.
Das Dr. Hochʼs Konservatorium lädt zu einem Abend voller Musik, Hoffnung und Begegnung ein: Vor dem Krieg in der Ukraine geflüchtete Musikerinnen und Musiker spielen gemeinsam mit ihrer Dozentin Svitlana Kavka, einer der renommiertesten Bandura-Spielerinnen der Ukraine, unter anderem „Melody“ des Komponisten Myroslav Skoryk.
In den 1940er Jahren entwickelten deutsche Exilierte in den USA Ideen für ein demokratisches Nachkriegsdeutschland. Die Popup-Präsentation stellt die Arbeit des 1944 in New York gegründeten „Council for a Democratic Germany“ vor, dem u.a. Bertolt Brecht und Ernst Bloch angehörten.
In der Bibliothek der Generationen werden Lebensberichte verschiedener Menschen gesammelt – auch von Verfolgten des NS-Regimes, die von ihren Wegen ins Exil berichten und von der schwierigen Suche nach einer neuen Heimat.
Armin Stern war in den 1920er und 1930er Jahren in Frankfurt ein bekannter und erfolgreicher Maler. Erik Riedel, der den Themenbereich Exilkunst am Jüdischen Museum betreut, stellt den heute fast vergessenen Künstler in der Kabinettausstellung vor.
In vielen Ländern erfahren Menschen mit HIV/Aids Diskriminierung, Ausgrenzung und staatliche Repression. Der Weg ins Exil bietet ihnen Schutz vor Entrechtung.
Begleitet von drei koscheren Weinen und hessischem Knabbergebäck, stellt Silke Westerhoff von der KULTUROTHEK drei Bücher jüdischer Autorinnen vor, die jeweils verschiedenen Phasen des Exils zugeordnet werden können.
Amal Frankfurt macht typisch deutschen Lokaljournalismus, allerdings auf Arabisch, Persisch und Ukrainisch. Neuangekommene erfahren hier, was in Frankfurt los ist.
In „Frauen im Dunkeln“ kommen 17 Stimmen aus Kiew zu Wort. Die Autorinnen dokumentierten 2022/23 über Monate die Gespräche ihres Freundeskreises.
Eine bewegende Lesung über Krieg, Flucht und Neuanfang: Erinnerungen von Kindern aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs aus den Publikationen „Kriegskinder“ (herausgegeben vom Günter-Feldmann-Zentrum) und „Pod nebom golubym“ von Viktoria Koritnjanskaja.
Die Bibliothek der Generationen bewahrt Erinnerungen von Menschen auf, die Frankfurt zu ihrem Ort des Exils gemacht haben. Die Familien von Asal Khosravi und Lea Lustyková flohen aus dem Iran und der Tschechoslowakei, um politischer Verfolgung zu entgehen.
Zensur betrifft nicht mehr nur das geschriebene Wort. In China wird der menschliche Körper selbst zur Datenquelle. Gesichtserkennung, Ganganalyse und das Social-Credit-System entscheiden darüber, ob man reisen, arbeiten oder existieren darf.
Die Autorin Karosh Taha stellt ihre Sprache der Wirkmacht von Krieg, Hass und Unfreiheit entgegen. „Gulîstan“ heißt die titelstiftende Figur ihres zweiten Romans. Gulîstan lebt als Kurdin im Irak, einem Land, das sie anfeindet. Für ihre Sprache, ihr Denken, für ihr ganzes Sein.
2009 wurde Iván Simonovis Aranguren, der damalige Polizeichef von Caracas, auf Befehl des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez zu 30 Jahren Haft verurteilt. Die Opposition sah ihn als politischen Gefangenen an. Sein Sohn Iván Simonovis Pertiñez erzählt mit seinem Film die Geschichte einer Familie und eines ganzen Landes
1938 und 1939 konnten über 10.000 Kinder und Jugendliche nach Großbritannien entkommen, um der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu entgehen. Diese als „Kindertransport“ bekannte Aktion wurde lange Zeit als humanitäre Rettung gefeiert – doch hinter vielen Geschichten der Geretteten verbergen sich unangenehme Wahrheiten.
In Frankfurt suchen queere Menschen aus Iran, Russland und Afghanistan Zuflucht. In ihren Herkunftsländern können sie nicht offen leben und sich nicht gesellschaftlich und politisch engagieren.
Was bedeutet Heimat, wenn sie verloren ging und neu erfunden werden muss? Sechs Frauen mit Migrationserfahrung lesen persönliche Texte, die nach einem Besuch des Deutschen Exilarchivs 1933–1945 entstanden sind.
Im Dokumentarfilm der israelischen Regisseurin Nurit Carmel berichten Menschen in bewegenden Interviews über ihre persönlichen Fluchtgeschichten; er verknüpft historische Ereignisse mit heutigen Schicksalen.
Das Exil nach dem Spanischen Bürgerkrieg (1936–1939) war eine der größten Fluchtbewegungen Europas im 20. Jahrhundert: Fast eine halbe Million Menschen floh nach Frankreich, viele lebten dort in Lagern und prekären Verhältnissen, andere migrierten weiter, vor allem nach Lateinamerika.
Weibliche jüdische Filmschaffende prägten den Film der Weimarer Republik maßgeblich, bevor sie von den Nationalsozialisten aus ihren Berufen gedrängt, ins Exil gezwungen oder ermordet wurden.
In der Bibliothek der Generationen werden Erinnerungen verschiedener Menschen gesammelt, unter anderem von DDR-Flüchtlingen. Steffi Barthel, Doris Illian und Marie-Luise Leberke verließen die DDR aus unterschiedlichen Gründen und sprechen darüber, ob sie sich als Exilierte sehen.
Der Abend widmet sich Werken von Hans Gál, Paul Hindemith, Paul Ben-Haim und Karl Weigl: vier Komponisten, deren Lebenswege durch Verfolgung und Exil während der NS-Diktatur gezeichnet waren.
1936 erschien in Tel Aviv das Kochbuch „Wie kocht man in Erez Israel?“ der Berlinerin Erna Meyer. Auf Deutsch, Englisch und Hebräisch adressierte es die steigende Zahl geflüchteter jüdischer Familien, die in Palästina eine neue Heimat suchten.
Die Deutsche Freiheitsbibliothek wurde von Exilierten aus Deutschland mit Unterstützung französischer Intellektueller gegründet und am 10. Mai 1934 am Boulevard Arago 65 im 13. Arrondissement in Paris eingeweiht. Von wem wurde diese Bibliothek initiiert und finanziert? Wann und warum musste sie schließen?
Frauen fliehen vor politischer Verfolgung, Krieg, patriarchaler Gewalt und setzen ihren Kampf um Sicherheit und Selbstbestimmung auch im Exil fort. PRO ASYL widmet ihren Realitäten eine Ausstellung, in der die iranische Exilkünstlerin Ghazal Abdollahi geflüchtete Frauen aus verschiedenen Ländern auf Kaffeefiltern darstellt.
Ellen Richter zählte zu den erfolgreichsten Darstellerinnen des deutschen Stummfilms. In den 1930er Jahren zwang die Machtübernahme der Nationalsozialisten sie ins Exil u.a. in die USA. Nie wieder war sie auf der Leinwand zu sehen.
Zum Abschluss der Tage des Exils setzt sich Künstler Hetain Patel performativ mit seiner britisch-gujaratischen Familie auseinander und macht sichtbar, wie Identität und Traditionen weitergegeben, verändert oder verloren werden.