
Photo: Sebastiaan van Denzel
Der Age-Friendly Cities and Communities Questionnaire
Wie finden kommunale Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungstäger heraus, welche Maßnahmen das Quartier altersfreundlich machen? Indem Sie die Älteren fragen! Der AFCCQ ist ein standardisierter und international angewendeter Fragebogen – Daten für die altersfreundliche Stadt leicht gemacht.
Der AFCCQ – Einführung
Der AFCCQ-Fragebogen (Age-Friendly Cities and Communities Questionnaire) ist ein wissenschaftlich validiertes Werkzeug, um Daten zur Lebenszufriedenheit der Menschen 65plus zu erhalten. Er hilft Städten und Gemeinden, systematisch zu erfassen, wie gut sie auf die Bedürfnisse älterer Menschen eingehen – und wo noch Handlungsbedarf besteht.
Der Fragebogen dient nicht nur der Bestandsaufnahme, sondern auch als Strategie- und Planungsinstrument:
Er ermöglicht Kommunen, die Lebenszufriedenheit älterer Menschen zu bewerten, Barrieren zu erkennen und auf dieser Basis konkrete Maßnahmen zu entwickeln.
Ziele des Fragebogens
- Bewertung der Altersfreundlichkeit in zentralen Lebensbereichen – etwa Wohnen, Mobilität, Partizipation, Sicherheit, Kommunikation und soziale Teilhabe.
- Einbindung der Bevölkerung: Der Fragebogen fördert den Dialog zwischen älteren Bürgerinnen und Bürgern, Verwaltung, Zivilgesellschaft und Politik.
- Planungsgrundlage: Die Ergebnisse dienen als Basis für lokale Aktionspläne und dienen der Erfolgskontrolle bestehender Maßnahmen.
Aufbau
Der AFCCQ-Fragebogen orientiert sich an den acht Handlungsfeldern der WHO für altersfreundliche Städte und Gemeinden.
Er umfasst qualitative und quantitative Fragen, die sich auf Themen wie Barrierefreiheit, soziale Teilhabe, Gesundheitsförderung, Kommunikation, Engagement und Dienstleistungen beziehen. Gemeinden können die Befragung selbst durchführen oder sie im Rahmen partizipativer Workshops mit Seniorinnen und Senioren umsetzen.
Nutzen für Kommunen
Durch den Einsatz des Fragebogens gewinnen Städte und Gemeinden ein klares Bild ihrer Stärken und Schwächen im Umgang auf dem Weg zur Altersfreundlichkeit. Er schafft eine Grundlage für konkrete, lokal angepasste Maßnahmen, stärkt die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Bürgern – und unterstützt langfristig den Aufbau einer lebenswerten, solidarischen und generationenübergreifenden Kommune.
Städteberichtsvorlage
Gemeinsam mit Sozialforschungsinstitut aproxima hat die Körber-Stiftung eine individuell anpassbare Städteberichtsvorlage entwickelt. Kommunale Verwaltungen können auf diesem Wege beantwortete Fragebögen auswerten lassen. Sprechen Sie uns gerne an! Die Berichtsvolrage finden Sie unten auf dieser Seite.
Das FAQ zum Fragebogen
Der AFCCQ misst, wie altersfreundlich eine Stadt oder Gemeinde ist. Er basiert auf dem WHO-Modell mit neun Lebensbereichen (inkl. finanzieller Situation) und liefert quantifizierbare Ergebnisse zur Bewertung und Vergleichbarkeit. Entwickelt wurde er 2020 in den Niederlanden und ist seitdem international häufig angewendet worden.
Der AFCCQ liefert belastbare Rückmeldungen direkt aus der Zielgruppe 65+. Er hilft, Bedarfe sichtbar zu machen, Maßnahmen zu priorisieren und Strategien zu legitimieren.
Nein. Sollten Sie niemanden zur Verfügung haben, können Sie sich an Institute oder eine Universität in Ihrer Stadt wenden.
Tipp: Das sozialwissenschaftliche Institut APROXIMA hat im Auftrag der Körber-Stiftung einen Städteberichtsbogen entwickelt und übernimmt auf Wunsch auch die Auswertung der Fragebögen gegen eine transparente und überschaubare Gebühr (s.u.).
Empfohlen: mind. 400 auswertbare Rückmeldungen bei kleineren/mittelgroßen Kommunen sind ausreichend, um eine repräsentative Aussage treffen zu können. Wichtig ist eine möglichst diverse Streuung nach Stadtteilen und Lebenslagen.
Tipp: Bei einer erwarteten Rücklaufquote von 20 Prozent sollten Sie den Bogen an mindesten 2.000 Personen versenden.
Bitte beachten: Die „geeignete“ Methode kann je nach Größe und Struktur der älteren Einwohnerschaft und den Umsetzungsmöglichkeiten in der Kommune sehr unterschiedlich sein.
Daher empfehlen wir für methodische Fragen wie der Festlegung der Stichprobenverfahren (z.B. Zufallsstichproben, Quotenverfahren oder „willkürliche“ Stichproben z.B. von freiwillig gemeldeten Teilnehmenden), der Stichprobengröße (abhängig von Auswahlgesamtheit der EinwohnerInnen z.B. im Alter von 65+ und dem erwarteten Rücklauf) wissenschaftlichen Support einzuholen. So können Sie sichergehen, eine saubere und verwertbare Umfrage zu erstellen. Support durch APROXIMA bietet sich an.
Das Einwohnermeldeamt oder das Bürgeramt oder ggf. Ihr kommunales Rechenzentrum kann eine gewünschte Stichprobe ziehen.
Durch ein motivierendes Anschreiben der Stadt sowie der Einbindung von unterstützenden Stellen („Multiplikator:innen“) kann der Rücklauf positiv beeinflusst werden und so können auch Informationen zur Befragung bei der Zielgruppe platziert werden. Bedeutend sind dabei u.a. die kommunale Pressearbeit, lokale Medien, die Seniorenvertretungen oder auch Pflegestützpunkte, Stadtteilbüros oder Vereine. Auch Veranstaltungen und Aktionen der Stadt / Kommune wie z.B. ein Fachtag, Stadtfest o.ä. bieten Gelegenheit, die ältere Zielgruppe anzusprechen und über die Befragung zu informieren.
In den meisten Fällen wird die Umfrage postalisch mit einem frankierten Rückumschlag versandt. Der Bogen kann auch per Briefpost versandt und dennoch online beantwortet werden. Dies wurde von Kommunen bereits erfolgreich angewendet.
Tipp: Der Rückumschlag kann so frankiert werden, dass nur der wirklich versandte Rückbrief auch berechnet wird.
Die Verteilung kann auch über bestehende kommunale Netzwerke wie Seniorenvertretungen, Pflegestützpunkte, Stadtteilbüros, Vereine erfolgen.
Bitte beachten: Wenn eine Zufallsstichprobe angestrebt wird, müssen die eingeladenen Bürger:innen nach einem Zufallsprinzip ausgewählt werden. Das wäre bei der Verteilung durch unterstützende Stellen nicht gewährleistet.
Ja. Wenn der Onlinefragebogen identisch zum analogen Fragebogen aufgebaut wird, können die Daten im Nachgang problemlos kombiniert werden.
Es werden stetig neue Sprachen hinzugefügt. Alle aktuell verfügbaren Sprachen sind hier zu finden: The Age-Friendly Cities and Communities Questionnaire, AFCCQ – Age-Friendly World
Tipp: Wenn Sie den Fragebogen auch online anbieten, lassen sich weitere Sprachen gut einbinden. Auf dem Anschreiben lässt sich per QR-Code darauf aufmerksam machen.
Bei Einbindung (z. B. Multiplikator:innen, Kooperation mit Ehrenamt) ist der Aufwand gering. Projektkoordination lässt sich oft durch eine Person im Sozial- oder Seniorenbereich leisten.
Neben dem koordinierenden Personal, sind vor allem die Kosten für den Druck (Anschreiben, Fragebogen etc.) sowie den Versand und Rückversand (Porto) zu beachten.
Wenn keine interne Auswertung des Fragebogens möglich ist, kann für ca. 1.000 Euro die vollständige Auswertung durch APROXIMA durchgeführt werden.
Ergebnisse lassen sich direkt in Altersstrategien, integrierte Sozialplanung, Quartiersentwicklung oder Haushaltsgespräche einspeisen.
Der Fragebogen ist so konzipiert, dass keine personenbezogenen Daten erhoben werden. Anonyme Verarbeitung ist Standard – auch konform mit kommunalem Datenschutz.
Bitte beachten: Bei der Befragung werden mindestens für gezielte Anschreiben personenbezogene Daten verarbeitet. Entsprechend sind Datenschutzvorgaben zu beachten (u.a. Datenschutzinformation nach Art. 13 DS-GVO). Die Teilnahme an der Befragung ist nicht anonym, sofern Rückläufe nachvollzogen werden sollen (z.B. um gezielt Erinnerungen zu versenden). Insofern sollte bei der Projektplanung und -umsetzung die / der Datenschutzbeauftragte der Kommunen und Städte einbezogen werden.
Der Kernfragebogen sollte nicht verändert werden (Vergleichbarkeit). Aber: Eigene Zusatzfragen oder lokale Beilagen sind möglich und in der Anleitung vorgesehen. Sie können am Ende des Fragebogens ergänzt werden.
Der AFCCQ erhebt folgende demografische Daten: Geschlecht, Geburtsjahr, Geburtsland, Schul- und Berufsabschluss, Stadtteil/Postleitzahl, Dauer des Wohnortsaufenthalts, Wohnform, Haushaltszusammensetzung, Unterstützung im Alltag, chronische Erkrankungen, Nutzung von Mobilitätshilfen sowie eine Selbsteinschätzung der Lebenszufriedenheit auf einer Skala von 1 bis 10.
Ja. Die Körber-Stiftung stellt sich als Plattform für regelmäßigen Austausch und Vermittlung zur Verfügung. Sie bietet Kontakte zu Städten und Gemeinden, die den AFCCQ bereits eingesetzt haben.
Der AFCCQ ist ein wissenschaftlich fundiertes Instrument mit internationalem Hintergrund (WHO). Er kann als demokratische Beteiligungsform kommuniziert und für politische Planung genutzt werden.
Neben der Erfassung von zeitlichen Entwicklungen und der nationalen und internationalen Vergleichbarkeit kann der AFCCQ auch als Baseline Assessment im Rahmen einer Mitgliedschaft im Global Network of Age-Friendly Cities and Communities der WHO genutzt werden: https://extranet.who.int/agefriendlyworld/membership/
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FAQ
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Musterauswertung / Berichtsvorlage AFCCQ
Kontakt

Niklas Rathsmann
Demographic Future Prospects
