Sara Wickström erhält Körber-Preis

Für ihre wegweisende Arbeit im Bereich der Zellbiologie wurde der finnischen Forscherin heute im Hamburger Rathaus der Körber-Preis verliehen

Für ihre bahnbrechende Entdeckung eines bislang unbekannten Mechanismus, mit dem Zellen ihre Umgebung wahrnehmen, wurde der finnischen Medizinerin und Zellbiologin Sara Wickström heute der mit einer Million Euro dotierte Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft verliehen. Im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses überreichten Patrick Cramer, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, und Thomas Paulsen, Vorsitzender des Vorstands der Körber-Stiftung, die Urkunde im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung.

Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg: „Der Körber-Preis ist eine große Ehre für die ausgezeichneten Forscherinnen und Forscher. Die Körber-Stiftung setzt mit ihren Preisverleihungen ein starkes Zeichen für wissenschaftliche Exzellenz und Zusammenarbeit in Europa.
Sara Wickström erhält den Körber-Preis für ihre Forschung zur Rolle mechanischer Kräfte bei der Entwicklung von Zellen. Daraus ergeben sich neue Ansätze für die Erkennung und Behandlung von Erkrankungen, unter anderem von Fibrosen und den damit verbundenen Funktionseinschränkungen von Organen.
Im Namen des Senats gratuliere ich Sara Wickström zu dieser Auszeichnung und wünsche ihr und ihrem Team weiterhin viel Erfolg für ihre wissenschaftliche Arbeit.“

Thomas Paulsen, Vorstandsvorsitzender der Körber-Stiftung: „Sara Wickströms Forschung zeigt eindrucksvoll, wie wissenschaftliche Durchbrüche unseren Blick auf vermeintlich Selbstverständliches verändern können: Selbst unsere Zellen nehmen ihre physische Umgebung wahr und reagieren darauf. Diese Erkenntnis erweitert nicht nur unser grundlegendes Verständnis davon, wie Zellen funktionieren, sondern eröffnet langfristig auch neue Perspektiven für die Medizin. Wir gratulieren Sara Wickström herzlich zum Körber-Preis 2026!“

Die verborgenen Sinne der Zellen

Sara Wickström gilt als eine der Begründerinnen der Zellkern-Mechanobiologie, die den Einfluss physischer Kräfte auf Zellen untersucht. Die Auszeichnung würdigt ihre Entdeckung eines bislang unbekannten Mechanismus, mit dem Zellen ihre Umgebung wahrnehmen. Wickströms Forschung deckt auf, dass Zellen physische Kräfte wie Druck oder Zug wahrnehmen und sie bis in ihr Erbgut hinein verarbeiten. So können allein durch physische Einwirkung einzelne Gene an- oder ausgeschaltet werden – ein entscheidender Faktor dafür, wie sich eine Zelle entwickelt oder wie Gewebe nach Verletzungen heilt. Langfristig kann Sara Wickströms Forschung zur Entwicklung neuer Therapien gegen Krebs, Organvernarbungen und andere, häufig altersbedingte Erkrankungen beitragen. Ausführliche Informationen zu der Arbeit der Preisträgerin finden Sie hier.

Sara Wickström: „Ich fühle mich durch diese Auszeichnung zutiefst geehrt und bin der Körber-Stiftung für ihre Unterstützung der Grundlagenforschung sehr dankbar. Dieser Preis ist nicht nur ein Beweis für das Engagement und die Kreativität ehemaliger und aktueller Mitglieder meines Teams, sondern motiviert uns auch, weiterhin neue Erkenntnisse auf dem Gebiet der Mechanobiologie und ihrer Bedeutung für die menschliche Gesundheit zu gewinnen.“

Die Preisträgerin

Sara Wickström ist Direktorin am Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster und Forschungsdirektorin an der Medizinischen Fakultät der Universität Helsinki. Die 1976 geborene Finnin absolvierte nach ihrem Medizinstudium an der Universität Helsinki ein MD/PhD-Programm, welches sie 2001 mit dem Titel „Medical Doctor“ und 2004 mit einer Doktorarbeit (PhD) abschloss. Nach ihrer Promotion forschte sie am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried bei München, bevor sie 2010 eine eigene Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns in Köln aufbaute. International bekannt wurde sie als eine der Begründerinnen der Zellkern-Mechanobiologie. Für ihre Forschung erhielt Wickström zahlreiche internationale Auszeichnungen und wurde 2020 in die Europäische Organisation für Molekularbiologie (EMBO) gewählt.

Der Körber-Preis

Der mit einer Million Euro dotierte Körber-Preis zählt zu den weltweit höchstdotierten Forschungspreisen. Die Preissumme ist für Forschung und Wissenschaftskommunikation einzusetzen, zehn Prozent dürfen für persönliche Zwecke verwendet werden. Die Körber-Stiftung zeichnet mit dem Körber-Preis seit 1985 jährlich einen Forschungsdurchbruch in den Physical oder den Life Sciences in Europa aus. Prämiert werden exzellente und zukunftsweisende Forschungsansätze mit hohem Anwendungspotenzial. Nach Verleihung des Körber-Preises erhielten bislang acht Preisträgerinnen und Preisträger den Nobelpreis.

Hamburg Science Summit

Die Preisverleihung bildete zugleich den Höhepunkt des Hamburg Science Summit. Die von der Körber-Stiftung und der Hamburger Wissenschaftsbehörde organisierte Konferenz brachte am 17. September europäische Spitzenkräfte aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Think-Tanks zusammen, um über die Zukunft von Wissenschaft und Innovation in Europa zu diskutieren. hamburg-science-summit.de

Angebote für Medienschaffende
Fotos der Preisverleihung finden Sie zum Download am 18. September 2026 ab 15 Uhr hier.


Pressekontakt
Körber-Stiftung
Claudia Bestenbostel
Pressereferentin
Telefon: +49 40 80 81 92 227
E-Mail: bestenbostel@koerber-stiftung.de

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