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Naiv oder besonnen? Deutsche Russlandpolitik in der Kritik

Mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine 2022 offenbarten sich frühere Fehlentscheidungen in der deutschen Politik: Zu lange vertraute sie auf Dialog und Handel. Der Journalist Georg Mascolo analysiert im Gespräch mit Leslie Schübel Ursachen und Lehren für eine verantwortungsvollere Außenpolitik.

  • 94 min.

Als Russland im Februar 2022 den Krieg gegen die Ukraine massiv ausweitet und eskaliert, steht Europa unter Schock. Doch die Warnungen vor Putins Expansionsdrang waren längst da – sie wurden bloß ignoriert. Dem Angriff geht eine Geschichte politischer und strategischer Fehleinschätzungen zuvor, die tief in der deutschen Russlandpolitik verankert ist.

Über Jahrzehnte hinweg vertraute Deutschland auf Dialog, wirtschaftliche Verbindung und auf die Hoffnung auf Wandel durch Annäherung. Diese Politik prägte die Beziehungen zu Moskau und führte zu einer politischen und wirtschaftlichen Abhängigkeit. Diplomatische Analysen und sicherheitspolitische Warnungen wurden immer wieder beiseitegeschoben, kritische Stimmen fanden in der Öffentlichkeit kaum Gehör.

Angesichts des russischen Angriffskriegs und der veränderten europäischen Sicherheitslage rückt die Frage nach Verantwortung und Aufarbeitung in den Mittelpunkt. Was waren die Ursachen dieses außenpolitischen Versagens? Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die deutsche und europäische Außenpolitik? Und welche Lehren lassen sich aus den Fehlern der Vergangenheit für die Gestaltung einer realistischeren Russlandpolitik ziehen?

Diese Fragen diskutieren der Journalist Georg Mascolo und Leslie Schübel, Körber-Stiftung. Dabei greifen sie auf zentrale Einsichten aus dem Buch „Das Versagen – Eine investigative Geschichte der deutschen Russlandpolitik“ zurück, in dem Georg Mascolo und die Russlandexpertin Katja Gloger zeigen, wie Signale übersehen, Kritiker marginalisiert und Fehlentscheidungen zum Teil einer kollektiven Verdrängung wurden.