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Forscher fragen: Chemie ohne Erdöl

Biomasse wird bereits zu chemischen Grundstoffen verarbeitet, jedoch oft mit erdölbasierten, giftigen Lösungsmitteln. Chemikerin Laura König-Mattern entwickelt digitale Werkzeuge, um nachhaltige Alternativen gezielt auszuwählen und neu zu designen. Wie realistisch ist ihr Einsatz in der Industrie?

  • 94 min.

Viele Prozesse in der chemischen Industrie – von der Herstellung von Kleidung und Kosmetika bis hin zu Medikamenten – sind stark abhängig von Rohstoffen wie Erdöl. Das hat jedoch gravierende ökologische Folgen: Während hohe CO₂-Emissionen den Klimawandel vorantreiben, gehen fossile Ressourcen zunehmend zur Neige.

Eine nachhaltige Alternative bietet Biomasse, etwa aus Holz, Pflanzenresten oder Mikroalgen. In Bioraffinerien wird sie vollständig in ihre chemischen Grundbausteine zerlegt. Dabei kommen Lösungsmittel zum Einsatz, um wertvolle Komponenten aus der Biomasse zu extrahieren. Sie sind zwar kostengünstig, jedoch meist erdölbasiert und toxisch.

Für jeden Trennschritt kommen theoretisch unzählige Lösungsmittel infrage. Wie findet man also das optimale, möglichst umweltfreundliche? Die Verfahrenstechnikerin Laura König-Mattern hat dafür computergestützte Methoden entwickelt, mit denen sich grüne Lösungsmittel systematisch bestimmen und sogar gezielt neu entwerfen lassen. Wie lassen sich solche Ansätze in der Industrie etablieren?

Ein Gespräch mit dem Wissenschaftsjournalisten Johannes Büchs.

Für ihre Forschung zu nachhaltigen Industrieprozessen hat Laura König-Mattern 2025 den Deutschen Studienpreis der Körber-Stiftung in der Sektion Natur- und Technikwissenschaften erhalten. Erfahren Sie mehr über ihre Arbeit hier.