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2× hören: Keine Angst vor Cathy Milliken

Was ist ein Streichquartett? Zwei Violinen, Viola, Violoncello? Oder vier Holzkörper, Drähte, Pferdeschweifhaare, Lack? Das weltberühmte Arditti Quartet sucht seit über 50 Jahren Antworten. In dem Werk „In Speak“ von Cathy Milliken kommt auf faszinierende Art auch die menschliche Stimme zum Einsatz.

  • 96 min.

Ein Streichquartett ist nicht nur eine Kunstform, sondern auch eine Lebensform. Ein immerwährender Balanceakt, ein Beziehungslabor, bei dem es um das „Vier“ geht – um die Einheit im Plural. Und die Komponistinnen und Komponisten, die bislang für das Arditti Quartet geschrieben haben, wissen auch das: Diesen vier Musikern, die seit mehr als einem halben Jahrhundert von Stuhl zu Stuhl zum Partner hinüberspüren, ist alles zuzutrauen. Ihnen gelingt es wie nur Wenigen, das Vielfältige zur Einheit zu zwingen.

Was für eine Steilvorlage für die Komponistin Cathy Milliken! Die in Brisbane geborene und in Berlin lebende Musikerin ist Gründungsmitglied des Ensemble Modern und hat unter anderem mit György Ligeti, Karlheinz Stockhausen, Pierre Boulez und Frank Zappa zusammengearbeitet.

Als sie vor vielen Jahren als Oboistin mit dem Arditti Quartet auf Tournee ging, kam sie erstmals in Berührung „mit dem geheimnisvollen Gehirn eines Streichquartetts“, wie sie sich erinnert. Ihr Streichquartett „In Speak“, das sie zum 50. Jubiläum der Ardittis komponiert hat, verwendet – wie der Titel bereits andeutet – auch die menschliche Stimme.

Goethes berühmtes Streichquartett-Bonmot von den „vier vernünftigen Leuten, die sich untereinander unterhalten“ wird hier ganz ernst genommen und mit einer Portion deutsch-australischem Humor auf die Spitze getrieben.

Es moderiert der Musikwissenschaftler Rafael Rennicke.