Antonia May
Foto: David Ausserhofer

Wenn Debatten nach rechts kippen

Mit dem Einfluss rechter Parteien verschieben sich Diskurse, wächst die Skandalisierung. Welche Rolle spielen dabei demokratische Parteien und klassische Medien? Die Sozialwissenschaftlerin Antonia May spricht mit Politikberater Johannes Hillje und Journalistin Annika Schneider darüber, wie verantwortungsvolle Kommunikation gelingen kann.

Registration from 18. May 2026 9:00 am

Rechtsextreme Parteien gewinnen in vielen Demokratien an Einfluss – und das nicht im politischen Vakuum. Öffentliche Debatten, mediale Dynamiken und Strategien demokratischer Parteien entscheiden darüber, welche Themen dominieren und welche Deutungen sich durchsetzen. Doch tragen demokratische Akteure und Medien selbst dazu bei, rechtsextreme Kräfte zu stärken?

Im Bundestagswahlkampf 2025 war es vor allem die Migration, die sowohl öffentliche Debatten als auch die Berichterstattung bestimmte. Inwiefern stärkt eine solche Zuspitzung auf ein Thema rechte Parteien und trägt zu einer Diskursverschiebung nach rechts bei? Was hat das für konkrete Auswirkungen auf Wahlentscheidungen? Und welche Verantwortung tragen dafür demokratische Akteure? 

Die Sozialwissenschaftlerin Antonia May hat in ihrer Dissertation untersucht, warum rechtsextreme Parteien derzeit erfolgreich sind und für wen diese attraktiv sind. Johannes Hillje berät als Politik- und Kommunikationsberater Ministerien, Parteien und Politiker unter anderem in Fragen strategischer Kommunikation. Die Journalistin Annika Schneider nimmt die aktuelle Medienlandschaft in den Blick. Gemeinsam diskutieren sie, wie sich eine öffentliche Debatte gestalten lässt, die demokratische Positionen stärkt, ohne rechtsextreme Narrative weiter zu normalisieren.

Es moderiert die Journalistin Eva Quadbeck.

  • Johannes Hillje ist selbstständiger Politik- und Kommunikationsberater in Berlin und Brüssel. Er berät Ministerien, Parteien, Politiker, Unternehmen und Verbände. Er ist promovierter Politik- und Kommunikationswissenschaftler (u.a. London School of Economics). Hillje hat mehrere Sachbücher zu politischer Kommunikation veröffentlicht, zuletzt „Mehr Emotionen wagen - Wie wir Angst, Hoffnung und Wut nicht dem Populismus überlassen“ (Piper Verlag).

  • Antonia May ist Postdoc und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES) der Universität Mannheim. Sie forscht zu nationalen Identitäten, politischen Einstellungen und situativen Wahlentscheidungen im Kontext öffentlicher Debatten. Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Frage nach der Aktivierung von sozialen Identitäten für politisches Verhalten.

  • Annika Schneider ist Redakteurin bei Übermedien und Host des optimistischen Medienpodcasts „Nice & Nötig“. Als freie Medienjournalistin hat sie als Moderatorin und Autorin beim Deutschlandfunk und WDR gearbeitet, außerdem als Kolumnistin beim MDR-Altpapier. Sie hat Journalistik und Politikwissenschaft in Eichstätt und Erlangen studiert und ihr Handwerk im Lokaljournalismus gelernt.

  • Eva Quadbeck ist Chefredakteurin des RedaktionsNetzwerks (RND) Deutschland und leitet dessen Hauptstadtbüro. Sie beobachtet seit mehr als 20 Jahren die Bundespolitik in Berlin. Vor dem RND arbeitete sie für die Rheinische Post. Als Politik-Expertin ist sie oft in Talk-Shows und Podcasts gefragt. Die Rheinländerin hat Geschichte bei Wolfgang J. Mommsen und Politik in Düsseldorf studiert.

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