Hochwasser in Brandenburg 2024
Foto: picture alliance/dpa | Patrick Pleul

Wenn das Wasser kommt

Wenn nach Starkregen oder Hochwasser Straßen und Keller unter Wasser stehen, packen Freiwillige oft tatkräftig mit an. Wir diskutieren, wie digitale Werkzeuge und Strukturen im Katastrophenfall helfen können, Organisationen und Behörden besser miteinander zu vernetzen und Ehrenamtliche zu mobilisieren – über alle Generationen hinweg.

Wenn der Katastrophenfall eintritt – etwa bei Starkregen oder Deichbruch –, sind es oft ältere Ehrenamtliche, die alles am Laufen halten. Ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihr Engagement sind in solchen Situationen unverzichtbar. Doch wenn die klassische Infrastruktur versagt, ist es oft schwer, diese Ehrenamtlichen mit Einsatzkräften und Nachbarschaften zu vernetzen.

Hier können digitale Strukturen und Werkzeuge Abhilfe schaffen: Plattformen und Tools helfen, Organisationen und Behörden miteinander zu vernetzen und Ehrenamtliche über alle Generationen hinweg zu mobilisieren. Lassen sich diese Potenziale noch stärker nutzen? Können Ehrenamtliche, die sich in lokalen Gemeinschaften engagieren, noch mehr in die Entwicklung digitaler Lösungen einbezogen werden – um am Ende nicht nur Nutzer, sondern auch Gestalter dieser Werkzeuge zu sein?  

Zum Auftakt der Veranstaltung ordnet ein wissenschaftlicher Impuls des OFFIS Instituts für Informatik die wachsende Bedeutung digitaler Resilienz im Kontext des Klimawandels ein. Einen weiteren Impuls aus der Praxis liefert Axel Kühn von der Freiwilligen Feuerwehr, der beim Jahrhunderthochwasser 2023 an Schlei und Ostsee als Wehrführer im Einsatz war.

Danach diskutieren wir mit der Referatsleiterin Bevölkerungsschutz der Hamburger Behörde für Inneres, Christina Gerth, und Philipp Witzmann von nebenan.de, was Städte und Gemeinden konkret brauchen, um digital krisenfest zu sein.

Es moderiert Claudia Meister, Hanseatic Help e.V.

Die Veranstaltung ist Teil der Hamburger Horizonte 2025. Die Eventreihe widmet sich in diesem Jahr Wasser als Ressource und Lebensraum. Weitere Informationen zum aktuellen Programm finden Sie hier.

  • Das OFFIS Institut für Informatik aus Oldenburg widmet sich dem Thema digitale Resilienz in einer vernetzten Gesellschaft – mit einem Schwerpunkt im Bereich Social Computing. Dabei schauen die Wissenschaftler auch auf digitale Systeme, die individuelle und gemeinschaftliche Katastrophenvorsorge unterstützen. Die Forschenden entwickeln und erproben digitale Beteiligungsformate, die klassische Methoden wie Umfragen, Foren oder Bürgerdialoge in hybride, technologiegestützte Prozesse überführen.

  • Axel Kühn war beim Sturmhochwasser an der Schlei im Oktober 2023 ehrenamtlich Leiter des Feuerwehr-Führungsstabs in Arnis – der kleinsten Stadt Deutschlands, die durch einen Deichbruch besonders betroffen war. Messenger-Dienste halfen bei Information und Koordination, doch es fehlten digitale Tools für eine effiziente Einsatzführung. Daher modernisiert und digitalisiert er derzeit im Auftrag der kommunalen Politik die lokalen Führungsstrukturen. Seine Erfahrung aus dem Katastrophenschutz bringt er ebenso ein wie seine Expertise als Berater für Kommunikation von Veränderungsprozessen.

  • Die Referatsleiterin Bevölkerungsschutz der Hamburger Behörde für Inneres, Christina Gerth, begann ihre Laufbahn im gehobenen Dienst bei der Kriminalpolizei in Hamburg. Hier fungierte sie u. a. als Polizeiführerin vom Dienst, bevor sie 2023 auf die ministerielle Ebene in die Behörde für Inneres und Sport wechselte. Hier leitet sie seit Beginn des Jahres das Referat für Bevölkerungsschutz in der neu gegründeten Abteilung für Krisenbewältigung und Bevölkerungsschutz. Als gebürtige Hamburgerin liegt ihr besonders am Herzen, ihre Stadt krisenfest und zukunftssicher zu gestalten.

  • Philipp Witzmann brachte als CCO im Jahr 2020 strategischen Fokus und kommerzielle Expertise zu nebenan.de und prägte seither entscheidend dessen soziales und wirtschaftliches Profil. Seit Juli 2023 leitet er als CEO das größte Nachbarschaftsnetzwerk Deutschlands – getrieben von der Überzeugung, dass maximal gehaltvolle Arbeit glücklicher macht als maximales Gehalt, sowie der Vision, lokal gelebte Gemeinschaft mit digitaler Technologie zu stärken. Dabei verbindet er Purpose und Wachstum, um aktiv Einsamkeit entgegenzuwirken und Vertrauen in Nachbarschaften zu fördern.

  • Claudia Meister ist Geschäftsführerin der Hilfsorganisation Hanseatic Help e.V., die 2015 als Kleiderkammer für Geflüchtete gegründet wurde. Heute betreibt der Verein multifunktionale Soziallogistik mit Kleider- und Hygienespenden sowie eigenen Help-Stores. Meister bringt tiefgehende Erfahrung aus Medien und Führung mit in die gemeinnützige Arbeit. Ihr persönlicher Weg, inklusive eigener Erfahrungen mit Krisen, prägt ihren authentischen Führungsstil – immer mit Blick auf Wir helfen gemeinsam und praxisnah.

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