
Globales Kräftemessen: Russland und Europa
Russland ist im Westen isoliert – nicht jedoch in der Welt. Moskau schmiedet nicht erst seit 2022 Allianzen, umwirbt den Globalen Süden und untergräbt den westlichen Einfluss. Wie erfolgreich diese Strategie ist und welche Antwort Europa findet, besprechen wir mit der Russlandexpertin Hanna Notte und dem Europapolitiker Sergey Lagodinsky.
Aus westlicher Perspektive gilt Russland seit dem Angriff auf die Ukraine 2022 als international isoliert. Umfassende Sanktionen und die weitgehende wirtschaftliche Entkopplung haben das Verhältnis zwischen dem Kreml und Europa tiefgreifend verändert und sind Ausdruck einer neuen Phase geopolitischer Spannungen.
Der Blick über Europa und Nordamerika hinaus zeigt jedoch ein komplexeres Bild: In zahlreichen Regionen der Welt bleibt Russland ein relevanter und einflussreicher politischer, wirtschaftlicher und sicherheitspolitischer Akteur.
Über Energieexporte, Waffenlieferungen und die diplomatische Zusammenarbeit in Formaten wie den BRICS-Staaten verfolgt Russland seit Jahren eine Strategie, die auf den Ausbau seines globalen Handlungsspielraums und die Begrenzung westlicher Einflusszonen abzielt.
Dabei inszeniert sich Moskau international als Gegenpol zu den USA und Europa und bekräftigt bestehende Kritik an internationalen Macht- und Abhängigkeitsverhältnissen an.
Handelt es sich hierbei um eine nachhaltige geopolitische Neuordnung oder um Zweckbündnisse mit begrenzter Reichweite? Wer trägt russische Interessen jenseits des Kremls in die Welt? Und welche Antworten findet Europa auf diese Strategie?
Diese Fragen diskutiert Leslie Schübel, Körber-Stiftung, mit dem Europaabgeordneten Sergey Lagodinsky und der Russlandexpertin Hanna Notte.
Sergey Lagodinsky ist promovierter Jurist, Autor und Mitglied des Europäischen Parlaments (Bündnis 90/Die Grünen), sowie stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Greens/EFA-Fraktion. Er ist Mitglied des Rechtsausschusses sowie im Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten. Außerdem ist er rechtspolitischer Sprecher der Greens/EFA Fraktion sowie Sprecher für Russland und Transatlantische Beziehungen der Greens/EFA Fraktion.
Hanna Notte leitet das Eurasien-Programm des James Martin Center for Nonproliferation Studies und ist Senior Associate am CSIS in Washington. Notte ist promovierte Politikwissenschaftlerin und studierte an den Universitäten Cambridge und Oxford. Sie schreibt regelmäßig für die Financial Times, New York Times und Zeit. Ihr Buch „We Shall Outlast Them: Putin’s Global Campaign To Defeat the West" erschien 2026.
Leslie Schübel ist Programmleiterin Internationale Politik für das Berliner Forum Außenpolitik und das Körber Policy Game bei der Körber-Stiftung in Berlin. In der Vergangenheit hat sie für das EU Russia Expert Network on Foreign Policy gearbeitet. Inhaltlich beschäftigt Sie sich mit russischer Innen- und Außenpolitik sowie mit den Ländern der Östlichen Partnerschaft. Leslie Schübel hat Masterabschlüsse in Internationalen Beziehungen von der Freien Universität Berlin und dem Moskauer Institut für Internationale Beziehungen (MGIMO).
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