
Female Futures: Ihr Wissen, sein Ruhm
Frauen haben die Wissenschaft entscheidend geprägt, doch ihre Leistungen wurden oft ignoriert, vergessen oder Männern zugeschrieben. Bis heute erfahren Forscherinnen strukturelle Benachteiligung. Warum diese Ungleichheit immer noch fortbesteht und was sich ändern muss, diskutieren Bildungssoziologin Lena Weber und Künstlerin Gesine Born.
Rosalind Franklin, Lise Meitner, Mileva Marić – nur drei von unzähligen Wissenschaftlerinnen, deren Erkenntnisse die Welt veränderten. Und doch wurden ihre Entdeckungen Männern zugeschrieben, ihre Leistungen ignoriert oder vergessen. Der Matilda-Effekt benennt genau dieses Phänomen: die strukturelle Unsichtbarkeit von Frauen in der Forschung.
Wer meint, dass dieses Phänomen der Vergangenheit angehört, irrt sich jedoch: Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass dieses Prinzip bis heute fortbesteht – bei der Vergabe von Nobelpreisen, in der Besetzung von Professuren, in wissenschaftlichen Publikationen und öffentlichen Diskursen.
Welche Mechanismen und Dynamiken halten diese Ungleichheit aufrecht? Und wie lässt sich die Wissenschaftsgeschichte vervollständigen? Darüber spricht die Journalistin Rebekka Endler mit der Künstlerin Gesine Born, deren KI-generierte Porträts vergessene Wissenschaftlerinnen ins kollektive Gedächtnis zurückholen, und der Bildungssoziologin Lena Weber, die zu Geschlechterverhältnissen in der Wissenschaft forscht.
Die Veranstaltung ist Teil der Reihe Female Futures. Diese adressiert die realen Folgen für Frauen in einer Gesellschaft, die in Sachen Geschlechtergerechtigkeit längst nicht am Ziel ist.
Gesine Born ist Fotografin, Wissenschaftskommunikatorin und Gründerin des Bilderinstituts. Im Leitungsteam der Task Force KI der #factory Wisskomm des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) setzt sie sich für verantwortungsvollen KI-Einsatz ein. Ihr Projekt „Versäumte Bilder" macht vergessene Wissenschaftlerinnen durch KI-generierte Porträts sichtbar und gibt ihnen so ein Gesicht in der Wissenschaftsgeschichte.
Seit März 2022 ist Lena Weber Teamleiterin des Teams CEWS bei GESIS. Davor war sie Vertretungsprofessorin für Bildungssoziologie an der Universität Paderborn, im Wissenschaftskolleg „Data Society", und Postdok-Wissenschaftlerin der Allgemeinen Soziologie an der Universität Paderborn. Sie studierte Sozialwissenschaften und Soziologie, mit Schwerpunkten in Geschlechterforschung und Mediensoziologie an der JLU Gießen, Universität Bielefeld und an der Paris VII Denis-Diderot.
Rebekka Endler ist freie Journalistin, Podcasterin und Autorin aus Köln. Zu den Schwerpunkten ihrer Arbeit gehört es, aufzuzeigen, wie Systeme der Unterdrückung das Leben von Menschen in Bezug auf Geschlecht, Klasse, Hautfarbe und Sexualität beeinflussen. Ihr erstes Buch „Das Patriarchat der Dinge" über patriarchales Alltagsdesign ist 2021 (Dumont) in Deutschland erschienen. Endlers zweites Buch „Witches, Bitches, It-Girls" über misogyne Märchen und patriarchales Storytelling erschien im Frühjahr 2025 (Rowohlt).
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