
Chauvinismus Macht Politik
Sich über andere zu erheben, dient oft dem Gewinn und Erhalt von Macht. Aber wie funktionieren chauvinistische Narrative genau? Und wie helfen sie, Herrschaft zu festigen und andere auszugrenzen? Die Journalistin Alice Bota diskutiert mit Politikwissenschaftlerin Sabine Fischer und Gender- und Rechtsextremismus-Expertin Judith Goetz.
Der Glaube an die eigene Überlegenheit wird oft gezielt eingesetzt, um Macht zu gewinnen und auszubauen. Sich allein oder als Gruppe anderen gegenüber zu erheben, dient der Legitimation von Diskriminierung, Exklusion und Gewalt. So stellt etwa Putin die russische über die ukrainische Nation und rechtfertigt damit seinen aggressiven Angriffskrieg.
Für Influencer Andrew Tate und seine Anhänger sind Männer von Natur aus das dominante Geschlecht: Ein Narrativ, das patriarchale Hierarchien normalisiert, Frauen herabwürdigt und den Hass auf sie anfeuert. Zwei Spielarten von Chauvinismus, bei denen Abwertung und Herabsetzung eines Gegenübers als Rechtfertigung für den eigenen Herrschaftsanspruch dient.
Wie genau funktionieren solche chauvinistischen Narrative und wie mobilisieren sie ihre Anhänger? Wie können sie entlarvt werden und was kann eine liberale Gesellschaft ihnen entgegensetzen?
Die Journalistin Alice Bota diskutiert mit der Politikwissenschaftlerin Sabine Fischer und der Gender- und Rechtsextremismus-Expertin Judith Goetz.
Sabine Fischer ist Senior Fellow an der SWP in Berlin. Von 2019 bis 2021 leitete sie in Moskau das Projekt „Public Diplomacy. EU and Russia“, von 2012 bis 2018 war sie Leiterin der Forschungsgruppe Osteuropa und Eurasien an der SWP, von 2007 bis 2012 Senior Research Fellow am Institut für Sicherheitsstudien der EU in Paris. Die promovierte Politikwissenschaftlerin forscht u.a. zu russischer Innen- und Außenpolitik und Russlands Krieg gegen die Ukraine.
Judith Goetz ist Politik- und Bildungswissenschaftlerin, Gender-Forscherin, Rechtsextremismus-Expertin. Sie lehrt und forscht an der Universität Innsbruck im Bereich Politische Bildung. Ihre Interessensschwerpunkte liegen bei Antifeminismus, Gender und Rechtsextremismus. Zuletzt erschien „Geschlechterpolitiken der Identitären. Ein Beitrag zur politischen Bildung gegen Rechtsextremismus“ (2024).
Alice Bota wurde in Krapkowice, Polen geboren und emigrierte 1988 nach Norddeutschland. Sie studierte Politikwissenschaft und Neuere Deutsche Literatur und absolvierte die Deutsche Journalistenschule in München. Seit 2007 arbeitet sie in der Politikredaktion der ZEIT. Sie berichtet aus Osteuropa. 2021 erschien ihr Buch „Die Frauen von Belarus. Von Revolution, Mut und dem Drang nach Freiheit“.
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