
Autoritäre Zeiten: Zwischen Zugehörigkeit und Ausgrenzung
In unseren Debatten ist oft von einem Wir die Rede. Doch wer ist damit gemeint und wen schließt es aus? Die Journalistin Shila Behjat spricht mit Fernsehmoderator Michel Abdollahi über seine Begegnungen in ganz Deutschland: Wie wirken autoritäre Denkweisen auf unser Miteinander und was kann jede und jeder für Vielfalt und Demokratie tun?
In politischen und gesellschaftlichen Debatten zeigen sich zunehmend autoritäre Tendenzen: Komplexe Fragen werden auf einfache Antworten verkürzt, Menschen in „Wir“ und „die Anderen“ eingeteilt, pluralistische Perspektiven als Störung abgewertet. Autoritäres Denken findet sich dabei nicht nur an den Rändern, sondern in unserem Alltag: in Medien, Politik und privaten Gesprächen.
Im Gespräch mit der Journalistin Shila Behjat spricht der Autor und Journalist Michel Abdollahi über seine Begegnungen in ganz Deutschland: Wie bleibt Demokratie lebendig, wenn Wunsch nach Eindeutigkeit, Misstrauen und Lautstärke zunehmen? Welche Geschichten aus dem Alltag zeigen autoritäre Muster, wie gehen wir mit Angst und Überforderung um, und was hilft, offen und vielfältig zusammenzuleben, wenn der Ruf nach „klarer Kante“ immer lauter wird?
Dabei geht es um Ansätze gegen Ausgrenzung im Alltag und das aktive Suchen von Begegnungen, in denen Zuhören aber auch Widerspruch wichtig sind.
Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Autoritäre Zeiten“ und lädt dazu ein, jenseits moralischer Empörung über die Ursachen autoritärer Versuchungen nachzudenken und zu fragen, was Demokratie heute zusammenhält.
Veranstaltung auch in deutscher Gebärdensprache
Anmeldung für Gehörlose erforderlich unter veranstaltungen@koerber-stiftung.de.
Michel Abdollahi ist Fernsehmoderator, Journalist und Künstler. Im Iran geboren, 1986 nach Deutschland gekommen, sieht er sich als Deutsch-Iraner und überzeugten Hamburger. Er studierte Rechtswissenschaft, Islamwissenschaften und Iranistik. Für seine Filme und Moderationen wurde er mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem Deutschen Fernsehpreis.
Shila Behjat wurde 1982 geboren. Nach ihrem Jurastudium in Hamburg und Paris war sie Korrespondentin in London und lebte als freie Journalistin in Indien. Heute arbeitet sie u.a. als Journalistin und Kulturredakteurin bei Arte. 2024 erschien ihr Sachbuch „Söhne großziehen als Feministin“, im April 2025 legte sie das Buch „Frauen und Revolution“ (beide Hanser) vor.
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