
2× hören: Keine Angst vor György Kurtág
Er ist einer der bedeutendsten Komponisten unserer Zeit und feiert im Februar 2026 seinen 100. Geburtstag: György Kurtág. Grund genug für eine Folge 2× hören mit seinen Hölderlin-Gesängen. Für den Bariton Benjamin Appl bleiben diese „eine Lebensaufgabe“: sechs Miniaturen, die ganze Universen öffnen und unsere Innenwelt verändern können.
György Kurtág ist einer der wichtigsten Komponisten unserer Zeit. Der Ungar ist für seine sehr eigenwillige Klangsprache bekannt – für Kürze, die Tiefenschichten aufreißt. Wenige Töne genügen ihm, um ganze Universen zu öffnen. Viele seiner Kompositionen dauern nur wenige Minuten, einzelne Sätze zum Teil nur einige Sekunden.
Über seine Kompositionen, an denen er oft jahrelang feilen kann, sagt Kurtág: „Was ich will, ist, dass jeder Moment wesentlich und wichtig ist, ohne die Balance zwischen zu wenig und zu viel aufzugeben. Vor allem sollte alles Überflüssige weggelassen werden, also das meiste an Ausdruck und Inhalt mit den wenigsten Tönen formuliert werden.“ In Kurtágs Musik zeigt sich die Sensibilität eines Künstlers, der um die Kostbarkeit des Augenblicks und die ihm innewohnende Schönheit weiß.
Auch seine Hölderlin-Gesänge sind nur zwischen einer und drei Minuten lang. Diese werden von dem Bariton Benjamin Appl aufgeführt, über den Kurtág selbst sagt: „Ich glaube, dass Benjamin derzeit der authentischste Interpret meiner Hölderlin-Gesänge ist“. Appl wiederum sagt über die Hölderlin-Gesänge: „Bis zum heutigen Tag ist die Arbeit an ihnen nicht abgeschlossen, sie bleibt für mich eine Lebensaufgabe“.
Es moderiert der Musikvermittler Rafael Rennicke.
Benjamin Appl ist einer der führenden Baritone seiner Generation. Geboren in Regensburg, erhielt er eine sängerische Grundausbildung als Mitglied der Regensburger Domspatzen, bevor er in München bei Edith Wiens und Helmut Deutsch Gesang studierte und außerdem der letzte Meisterschüler von Dietrich Fischer-Dieskau war. Er gastiert international als Solist in Opern und Konzerten und ist Professor für deutsches Lied an der Guildhall School of Music and Drama in London.
Rafael Rennicke ist promovierter Musikwissenschaftler und Musikredakteur beim Kulturradio SWR2 in Baden-Baden. Seit mehr als zehn Jahren wirkt er als Dramaturg, Moderator, Kurator und Publizist für führende deutschsprachige Kultur-Institutionen. Nach seinem Studium der Musikwissenschaft und Allgemeinen Rhetorik an der Universität Tübingen war er drei Jahre lang Konzertdramaturg an der Oper Stuttgart. Der Körber-Stiftung fühlt er sich seit langem eng verbunden: 2012 bis 2014 war er Stipendiat der Exzellenzinitiative Masterclass on Music Education.
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