2× hören: Keine Angst vor Arnold Schönberg
Arnold Schönberg gilt als Fixstern der zeitgenössischen Kunstmusik – und bleibt doch vielen fremd. Zum 20-jährigen Jubiläum von 2x hören spielt Pierre-Laurent Aimard, einer der bedeutendsten Pianisten unserer Zeit, Schönbergs Klaviermusik und entdeckt mit Musikvermittler Rafael Rennicke deren Poesie, Leidenschaft und radikale Modernität.
Arnold Schönberg gilt als Gründungsfigur der zeitgenössischen Kunstmusik – und bleibt bis heute ihr Fixstern. Als die Reihe 2x hören vor 20 Jahren ins Leben gerufen wurde, stand seine Musik ganz bewusst im Mittelpunkt der ersten Ausgabe. Im Jubiläumsjahr kehrt die Reihe nun zu Schönberg zurück.
Zu Gast ist Pierre-Laurent Aimard, einer der bedeutendsten Pianisten unserer Zeit. Er nähert sich Schönbergs Musik mit großer Leidenschaft und fragt: Warum wird sie noch immer so wenig geliebt? Für Aimard ist sie intensiv, ausdrucksvoll und vielfältig – eine Musik voller Kraft, Poesie und überraschender Schönheit.
Für den Abend stellt Aimard eine persönliche Auswahl von Schönbergs Klavierstücken zusammen. Sie spannt einen weiten Bogen: von den frei-atonalen, zauberhaft schwebenden Stücken über die spannungsreichen Experimente mit Zwölftonreihen bis hin zu streng konzipierten Werken, in denen sich Leidenschaft und Intellekt auf einzigartige Weise begegnen. Es sind Meilensteine der klassischen Moderne – und zugleich packende Musik, die gleichermaßen Grenzen sprengt, herausfordert und berührt.
Wie immer bei 2x hören erklingt das Programm an diesem Abend zweimal. Dazwischen spricht Pierre-Laurent Aimard mit dem Musikvermittler Rafael Rennicke über Schönbergs faszinierenden Kosmos der Klänge, über das genaue Hören und über den Reichtum der Geschichten, die in dieser Musik verborgen liegen.
Pierre-Laurent Aimard, 1957 in Lyon geboren, ist einer der bedeutendsten Pianisten der Gegenwart und weltweit gefeiert für seine Interpretationen zeitgenössischer Musik. Er arbeitete eng zusammen mit Komponisten wie Helmut Lachenmann, Elliott Carter, Harrison Birtwistle, György Kurtág, Karlheinz Stockhausen, Marco Stroppa oder Olivier Messiaen und erhielt 2017 den Ernst-von Siemens-Musikpreis, den „Nobelpreis der Musik“.
Rafael Rennicke ist promovierter Musikwissenschaftler und Musikredakteur beim Kulturradio SWR2 in Baden-Baden. Seit mehr als zehn Jahren wirkt er als Dramaturg, Moderator, Kurator und Publizist für führende deutschsprachige Kultur-Institutionen. Nach seinem Studium der Musikwissenschaft und Allgemeinen Rhetorik an der Universität Tübingen war er drei Jahre lang Konzertdramaturg an der Oper Stuttgart. Der Körber-Stiftung fühlt er sich seit langem eng verbunden: 2012 bis 2014 war er Stipendiat der Exzellenzinitiative Masterclass on Music Education.
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